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Von Aspirin® bis Zapfsäule16.3. – 18.9.2005 Von Aspirin® bis Zapfsäule – ein Kaleidoskop des ErdölsErdöl ist ein ganz besonderer Stoff. Gäbe es ihn nicht, sähe unser Alltag in wesentlichen Bereichen anders aus. Was vor Jahrmillionen in Gestalt von mikroskopisch kleinen Lebewesen begann, die abgestorben auf den Meeresboden sanken, ist heute eines der dringlichsten Themen unserer Zeit. Kaum ein Tag vergeht, an dem Erdöl nicht in die Schlagzeilen gerät: Tankerunglücke, Ölpreisschwankungen, Kriege, Treibhauseffekt. Gegenwärtig deckt Erdöl rund 40 % des weltweiten Energiebedarfs. 88 % des geförderten Rohöls werden zu Heizmaterial, Treibstoff, Elektrizität umgewandelt. Die verbleibenden 12 % sind als Rohstoff Grundlage unzähliger Industriezweige. Ob Kosmetika, Waschmittel, Medikamente, Kunst- und Klebstoffe, Farben, Fasern und noch vieles mehr: Erdöl ist allgegenwärtig. Dass das Küstenmuseum am Bontekai als stadtgeschichtliches Museum sich dem Thema Erdöl widmet, liegt eigentlich fast auf der Hand: Denn Erdöl spielt für die Stadt Wilhelmshaven eine wichtige Rolle. Sie ist Standort eines der größten unterirdischen Rohöllager und des bedeutendsten deutschen Rohölimporthafens. Hier ist der Ausgangspunkt zweier Pipelines ins Ruhrgebiet und nach Hamburg und hier steht die größte unabhängige Raffinerie Deutschlands. Die Ausstellung "Von Aspirin® bis Zapfsäule - Ein Kaleidoskop des Erdöls" ist der Vielfalt des Erdöls in unserem Alltag gewidmet. Sie zeigt Erdölgeschichten von A bis Z, die die Besucher zu einer vielseitigen Begegnung mit dem „schwarzen Gold“ einladen. So erfahren diese von der Heilkraft des Erdöls durch Fürbitte des Hl. Quirinus seit dem 15. Jahrhundert ebenso wie von der Besetzung der Ölplattform „Brent Spar“ 1995; die Ausstellung zeigt, was die Comichelden „Tim und Struppi“ mit Erdöl zu tun haben, oder wie Pipelines auf schadhafte Stellen geprüft werden, um nur einige Beispiele zu nennen. Vorbild und gedankliche Richtschnur bei der alphabetischen Reihung ist die Idee des „Musée sentimental“, eine Ausstellungsform, die der Schweizer Künstler Daniel Spoerri und die Historikerin Marie-Louise von Plessen Ende der 1970er Jahre entwickelt haben: Das gleichwertige Nebeneinanderordnen von scheinbar nicht Zusammengehörendem bietet den Besuchern einen assoziativen Zugang zum Facettenreichtum des Themas Erdöl. Die Ausstellungsgestaltung nimmt ihren Gegenstand selbst als Leitidee: An Öllachen erinnernde tiefschwarze Flächen befinden sich im Raum, auf denen die Ausstellungsstücke gleichsam schwimmen. Diese „Ölinseln“ können die Besucher nach eigener Wegeführung oder der vom Alphabet vorgegebenen Reihenfolge umwandern. Einige Infos zur Ausstellung in Kürze: Größe: 150 qm Anzahl der Exponate: 90 Ältestes Exponat: Fossil aus dem Jura, 150 Mio. Jahre Kleinste Exponate: Plankton, 0,2 mm – 2 mm Gestaltungsentwurf: graphische werkstätten feldstraße, Hamburg Ausstellungskatalog: Brune-Mettcker Verlag Wilhelmshaven, Preis 5,80 € |
