Vom 05.09.2026 bis zum 06.12.2026 wird im Sonderausstellungsbereich des Küstenmuseums die Ausstellung „Das Dinner. Ein dekoloniales Tischgespräch“ gezeigt. Die Ausstellung lädt dazu ein, koloniale Spuren und Kontinuitäten in unserer Gesellschaft zu entdecken, ihre Auswirkungen bis in die Gegenwart zu verstehen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
„Das Dinner“ wurde von Niedersachsen.GLOBAL gemeinsam mit Aktivist*innen aus Göttingen, Hannover, Namibia und dem Netzwerk DeKol Nordwest entwickelt. Im Mittelpunkt steht eine sechs Meter lange, interaktive Tischdecke. Sie verbindet historische Informationen mit Geschichten des Widerstands und aktuellen Perspektiven von Aktivist*innen. Dabei geht es um die Frage, wie koloniale Macht- und Gewaltverhältnisse bis heute in gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen fortwirken.
Die Ausstellung ist zugleich Anlass für das Küstenmuseum, die eigene koloniale Geschichte kritisch in den Blick zu nehmen. Das heutige Museum geht unter anderem aus dem 1935 gegründeten Marine- und Kolonialmuseum Wilhelmshaven hervor. Das Museum entstand während der Zeit des Nationalsozialismus und diente durch die Darstellung und Vermittlung imperialer Bestrebungen dem Kolonialrevisionismus. 1951 ging die Sammlung in das heutige Küstenmuseum über.
Bis heute befinden sich ethnologische Objekte in den Sammlungsbeständen des Hauses. Bei einem Teil dieser Objekte ist die Provenienz nicht abschließend geklärt; in anderen Fällen ist bereits klar, dass sie unter kolonialen Machtverhältnissen und nicht auf rechtmäßigem Weg in die Sammlung gelangten. Das Küstenmuseum hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Herkunft und Geschichte dieser Objekte aufzuarbeiten und daraus Konsequenzen für den Umgang mit ihnen zu ziehen.

